Vorstellung
und Angebotsspektrum
Vom Institut für Anästhesie werden die am Klinikum
Friedrichshafen vertretenen operativen Fächer anästhesiologisch versorgt. Es
kommen alle modernen Anästhesieverfahren einschliesslich der Regional- und
Leitungsanästhesie zur Anwendung. Bei mikroinvasiven (laparoskopischen)
Eingriffen, wie z.B. Entfernung der Gallenblase, wird die besonders schonende
total intravenöse Anästhesie eingesetzt. Für kleinere Eingriffe, insbesondere
für Eingriffe der Kinder-Urologie, werden Anästhesien auch ambulant
durchgeführt.
Im Rahmen der Geburtshilfe wendet der Anästhesist zur Linderung
des Geburtsschmerzes die geburtshilfliche Periduralanästhesie an. Anders als
unter Narkose kann die werdende Mutter die Geburt hierbei bewußt erleben. Zu
Einzelheiten fragen Sie bitte den Anästhesisten oder den
Geburtshelfer.
- Einen Überblick über die Anästhesieleistungen des Instituts im Jahr 1999
gibt die Leistungsstatistik I.
- Die Operative Intensivstation verfügt über bis zu 8 Beatmungsplätze sowie
2 Plätze für die Nierenersatztherapie (Leistungsstatistik II).
- Die spezielle Schmerztherapie wird stationär und ambulant
(Schmerzambulanz) durchgeführt.
- Zu den Aufgaben des Instituts gehören die Leitung des Blutdepots sowie die
Durchführung der Eigenblutspende.
- Beim Institut liegt weiter die Organisation des Notarztdienstes für den
Notarztwagen sowie für den Rettungshubschrauber.
- Der Chefarzt des Instituts ist in vollem Umfang zur Facharztweiterbildung
ermächtigt und hat einen Lehrauftrag der Universität
Tübingen.
Das Ärzte-Team
Hier finden Sie die Kontakdaten des Ärzte-Teams
Die Pflege-Gruppen
Leistungsstatistik I
Anästhesieleistungen 1999
|
Maskenarkosen |
305 |
Anästhesien mit Larynxmaske
|
1371 |
("Kehlkopfmaske") Intubationsnarkosen
|
2981 |
Intravenöse Anästhesien (TIVA)
|
364 |
Regionalanästhesien
|
1134 |
Geburtshilfliche Periduralanästhesien
|
115 |
Sonstige Anästhesien
|
100 |
Lokalanästhesien* und "Stand - by"
|
1761 |
Total: |
8131
|
|
| * vom Operateur gesetzt |
Leistungsstatistik II
Leistungen der operativen Intensivstation 1999
|
Aufgenommene Patienten |
826 |
| Pflegetage |
3269 |
| Mittlere Behandlungsdauer |
3,9 Tage |
| Beatmete Patienten |
332 |
| Bronchskopierte Patienten |
73 |
| Dilatationstracheotomien |
42 |
| Nierenersatztherapie (Hämofiltration) |
14 |
Schmerztherapie
Vom Institut werden folgende spezielle Methoden zur Behandlung
postoperativer Schmerzen angeboten:
Patientenkontrollierte Analgesie (PCA)
- Hierbei kann der Patient den Schmerzmittelbedarf (bis zu einer bestimmten Dosis) über eine Infusionspumpe selbst steuern.
Katheter-Techniken mit Lokalanästhetika wie
- Anästhesie des Plexus brachialis (für die obere Extremität),
- rückenmarksnahe Periduralanästhesie
- Anästhesie des Femoralnerven (für die untere Extremität) z.B. zur fortlaufenden Ausschaltung des Operationsschmerzes nach Knieoperationen.
Für die Behandlung sonst nicht zu beherrschender Tumorschmerzen stehen vergleichbare Verfahren zur Verfügung
Schmerzambulanz
Leitung:
OA Dr. med. G. Schempf
Dr. med. R. Schöllhorn
Telefon (07541) 96-1391, Fax 96-1392
Folgende schmerztherapeutische Leistungen werden angeboten:
- Schmerzanalyse bei chronischen Schmerzzuständen
- rückenmarksnahe Leitungsanästhesie (PDK, Spinalkatheter) mit und ohne Anschluß an eine externe Schmerzpumpe
- Implantation von Schmerzpumpen
- Sympathektomien an der Wirbelsäule
- Tumorschmerztherapie (WHO-Schema)
- Pumpenfüllungen
- Hausbesuche bei Pumpenproblemen
- Stellatumblockaden
- Akupunktur
Terminvereinbarung:
Sekretariat (Fr. Jakob), Telefon (07541) 96-1391
Blutdepot
Vertragsmäß unterhält das KH FN ein Blutdepot der DRK-Blutspende-zentrale Ulm. Hierdurch war in der Vergangenheit die lebenswichtige Versorgung mit Blutkonserven immer gesichert (nicht zuletzt wegen der großen Blutspendebereitschaft der oberschwäbischen Bevölkerung!). Das Infektionsrisiko (z.B. durch das Hepatitis C - und AIDS-Virus) durch Bluttransfusion konnte durch strenge Spenderauswahl, Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sowie ein darüber hinausgehendes Screening der Blutspenden (durch die DRK-Blutspendezentrale Ulm) auf Infektions-erreger minimiert werden. So liegt z.B. das Infektionsrisiko für eine HIV-Infektion (AIDS) durch Bluttransfusion bei etwa 1:1,5 Millionen. (Vom Blutdepot des Krankenhauses FN werden jährlich etwa 3500 Blut-konserven ausgegeben). Zusammenfassend ist das Infektionsrisiko durch Bluttransfusion eher gering. Dennoch wird die Indikation zur Transfusion streng gestellt. Lediglich bei lebensbedrohlicher Blutarmut wird Blut transfundiert. Der Entscheidung von Zeugen Jehovas, auf eine Transfusion auch bei Lebensgefahr für sich selbst zu verzichten, wird von uns respektiert.
Eigenblutspende
Leitung: OA Dr. med. H. Ensle
Telefon (07541) 96-1366, Fax 96-1392
Folgende Eigenblutspendeverfahren werden angeboten:
1. Präoperative Eigenblutspende
Hierbei kann der Patient bis zu 7 Wochen vor dem Operationstermin sein eigenes Blut spenden. Das Blut wird untersucht und speziell gelagert, und während oder nach der Operation zurückgegeben. Bei mehreren Blutspendeterminen werden jeweils 500 ml Blut gespendet. Dies wird im Allgemeinen gut vertragen. Eingriffe, bei denen die präoperative Eigenblutspende sinnvoll ist, sind geplante Operationen, bei denen es zu einem größeren Blutverlust kommen kann, z.B.:
- Hüft- und Kniegelenksprothesen,
- Operationen an der Bauchschlagader,
- große Operationen an Magen, Darm, Leber oder Niere,
- Operationen an Harnblase oder Prostata,
- die präoperative Eigenblutspende kann auch bei bösartigen Erkrankungen (Tumorerkrankungen) angewendet werden.
2. Intraoperative maschinelle Autotransfusion
Bei der intraoperativen maschinellen Autotransfusion wird das Blut aus der Operationswunde, welches normalerweise während der Operation verloren geht, mit einem speziellen Gerät gesammelt und gewaschen. Anschließend wird es entweder noch während oder nach der Operation zurückgegeben. Sinnvoll ist diese Methode bei Operationen, bei denen es zu einem hohen Blutverlust kommen kann. Bei Tumoroperationen oder bei Infektionen im Operationsgebiet (bakteriellen Entzündungen) kann dieses Verfahren nicht angewendet werden.