Inkontinenz, Senkung
Ein unwillkürlicher, also nicht
beeinflussbarer Urinverlust (Inkontinenz) ist eine häufige Erkrankung. Sie steht
oft im Zusammenhang mit einer Absenkung der Gebärmutter, d.h. die Gebärmutter
drückt von oben auf die Harnblase und löst damit einen ständigen Harndrang aus.
Dies führt zu einem nicht beeinflussbaren Urinabgang.
Darüber hinaus gibt es
noch andere, weniger häufige Ursachen für die Inkontinenz. Sicheren Rat gibt nur
eine gründliche frauenärztliche Untersuchung und eine spezielle
Blasendruckmessung (Urodynamik). Für die Therapie von Inkontinenz eignen sich
verschiedene operative Methoden.
Als minimal-invasiver Eingriff empfiehlt
sich die Methode der "IVS"(Intra-Vaginalen-Schlingenplastik). Dabei kann
überwiegend mit örtlicher Betäubung operiert werden, und zwar bei sehr kurzem
stationärem Aufenthalt.
Auch die klassische Methode der Kolposuspension
mittels Bauchschnitt kann ohne eine Gebärmutter-Operation erfolgen. Liegt neben
der Urininkontinenz eine ausgeprägte Absenkung der Gebärmutter vor, so
empfiehlt sich zur Behandlung die Methode des "Pubococcygeus-Patches". Dabei
wird von der Scheide her ein Stützpolster unter der Harnröhre angebracht. Auch
für die komplizierten Fälle der Scheidensenkung/Scheidenvorfall bieten wir
plastische, nicht-scheidenverengende Methoden an, bei denen die Scheide an
Strukturen des Beckens befestigt wird ("Vaginaefixatio sacrospinosa nach Richter
und Amreich" sowie die "Kolposakropexie").
Spezialsprechstunde für
Inkontinenz/Senkung:
Dienstag
von 14 bis 16 Uhr. Anmeldung per Telefon: 07541 / 96-1401
Myome,
Blutungsstörungen
Myome - gutartige Geschwülste
des Gebärmuttermuskels - sind die häufigste Ursache für Blutungsstörungen.
Versagt die hormonelle Behandlung, muss oft operiert werden. Dies kann,
besonders bei Frauen mit Kinderwunsch, gebärmuttererhaltend geschehen: durch
minimale Eingriffe wie die Myomabtragung über eine Bauchspiegelung
(Myomenukleation per Laparoskopie) oder über die Scheide mit Hilfe einer
Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie).
Manchmal muss jedoch auch die
Gebärmutter entfernt werden. Dies geschieht über die Scheide (vaginale
Hysterektomie) oder, in bestimmten Situationen, vom Bauchschnitt aus (abdominale
Hysterektomie). Auch die Entfernung der Gebärmutter von der Scheide aus, in
Kombination mit einer Bauchspiegelung (laparoskopisch assistierte vaginale
Hysterektomie = LAVH) ist bei schwierigen Fällen möglich. Liegen
behandlungsresistente Blutungsstörungen ohne vorhandene Myome vor, empfiehlt
sich die Abtragung der Gebärmutterschleimhaut über eine Spiegelung
(Endometriumsablation).
Brust-Tumore
Knoten, Verdichtungen oder Verkalkungen sind
häufige Gründe für eine Brustoperation. Bei größeren Knoten kann eine
Stanzbiopsie in örtlicher Betäubung zur Diagnosesicherung durchgeführt werden.
Bei der operativen Entfernung verdächtiger Herde legen wir großen Wert auf die
exakte Markierung des verdächtigen Bezirks vor der Operation, damit nur der
entscheidende Bereich entfernt wird und nicht zu viel Brustgewebe verloren
geht.
Es besteht - in enger Zusammenarbeit mit unserem Pathologischen
Institut - die Möglichkeit einer intraoperativen Schnellschnitt-Diagnostik. Somit
kann die Diagnose "gutartig oder bösartig" in den meisten Fällen bereits während
des Eingriffs gestellt werden.
Handelt es sich um einen bösartigen Befund, so
führen wir nach Möglichkeit eine brusterhaltende Operation (BEO) durch. Diese
beeinhaltet die Entfernung des Herdes mit einem Sicherheitsabstand und die
Operation der Lymphdrüsen in der Achselhöhle. Vor der Lymphdrüsenoperation
markieren wir den Tumor mit speziellen Substanzen. Dadurch werden die wichtigen
Lymphknotengruppen (Sentinel-Node) leichter erkennbar, so dass die Operation
oft weniger traumatisierend ist.
Ist bei einer Brustkrebserkrankung eine
Hormon- oder Chemotherapie erforderlich, so wird diese in Zusammenarbeit mit dem
Frauen- oder Hausarzt der Patientin durchgeführt - in der Regel ambu-lant. Eine
möglicherweise erforderliche Bestrahlung erfolgt in kooperierenden
Strahlenabteilungen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Frauenklinik
Friedrichshafen - in der Regel ebenfalls ambulant.
Falls der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose sehr groß ist, empfiehlt sich
zunächst die "primäre Chemotherapie" mit dem Ziel, den Tumor zu verkleinern, um
ihn anschließend brusterhaltend operativ zu entfernen.
Zysten, Eierstöcke
Zysten an den Eierstöcken sind oft
harmlos. Besonders bei jungen Frauen oder in den Wechseljahren. In bestimmten
Fällen wird Ihnen Ihr Frauenarzt jedoch eine Operation empfehlen.
Besteht
kein dringender Verdacht auf Bösartigkeit, so führt man zunächst eine
Bauchspiegelung (Laparoskopie) durch. Hierüber kann auch der Tumor entfernt
werden, in der Regel organerhaltend (minimal-invasiv). Bei Verdacht auf
Bösartigkeit muss durch einen Bauchschnitt operiert werden.
Handelt es sich
um eine bösartige Eierstockerkrankung, so kann nur in Ausnahmefällen
organer-haltend vorgegangen werden (junge Frauen, frühes Stadium). In den
anderen Fällen erfolgt eine komplette Operation.
Unterleibsschmerzen, Endometriose
Unterleibsschmerzen bei
Frauen können vielfältige Ursachen haben, z. B. Verwachsungen nach
Voroperationen oder Entzündungen. Aber auch das Krankheitsbild der
"Endometriose" führt zu häufigen Schmerzattacken, vor allem zyklusabhängig. Bei
der Endometriose handelt es sich um fleck- oder inselförmige Ablagerungen von
Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle, nämlich im Bauchraum.
Befallen sind oft Bauchfell, Eileiter oder Eierstöcke, manchmal auch Blase und
Darm.
So hilft bei immer wieder auftretenden Schmerzen oft nur die Klärung
durch eine Bauchspiegelung (diagnostische Laparoskopie). Über diesen Eingriff
können weiterhin (minimal-invasiv) Verwach-sungen gelöst (Adhäsiolyse) oder
Endometrioseherde entfernt werden. Dies kann auch gewebe-schonend durch den
Argon-Beamer erfolgen (laser-ähnliches Verfahren). Eine evtl. erforderliche
Nachbehandlung erfolgt in Absprache mit dem Frauenarzt der Patientin.
Die
genannten Erkrankungen können nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zur
Kinderlosigkeit (Sterilität) führen. Auch in solchen Fällen wendet die
Frauenklinik Friedrichshafen die beschriebenen Verfahren an.
Verdächtiger Abstrich
Bei der Vorsorgeuntersuchung entnimmt
der Frauenarzt einen sogenannten "PAP"-Abstrich vom Muttermund. Manchmal
erfordert das Resultat des Abstriches eine Operation, z. B. eine Konisation
(eine konusförmige Gewebsentnahme aus dem Muttermund), um die Ursache des
Abstrichbefun-des zu klären. Meistens reicht die Konisation auch als Behandlung
aus, u. a. bei Krebsvorstufen (Dysplasie, Carcinoma in situ).
Findet sich
jedoch mehr als eine Vorstufe, führen wir entweder die einfache
Gebärmutterentfernung mit Lymphknotenentnahme (beim Mikro-Ca.) oder die
sogenannte Wertheim-Meigssche Radikaloperation durch, bei der neben der
Gebärmutter und ihrem Nachbargewebe eine Scheiden-manschette und die Lymphdrüsen
entnommen werden.
Die Vorstufen des Gebärmutterhalskrebs sind durch Viren
(Papillom-Viren) hervorgerufen. Eine andere Folge von Virusinfektionen sind
störende Warzen (Kondylome) im Genitalbereich, die wir mit der Elektroschlinge
oder, gewebeschonend, mit dem Argon-Beamer entfernen.